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Originalmusik zu Das Weib des Pharao

Die Originalmusik zu Das Weib des Pharao hat Ernst Lubitsch bei Eduard Künneke bestellt, der eine dem Werk angemessene, symphonische Partitur vorlegte. Diese Musik zeigt nicht nur das äußerst variantenreiche kompositorische Können Künnekes, sondern unterstreicht sicher die Dramaturgie der Charaktere in den jeweiligen Handlungssituationen des Films. Die Partitur von Eduard Künneke, die zu großem Teil aus dem Nachlass des Künstlers erhalten war, diente als Vorlage für eine neue Orchestereinspielung, die an die Restaurierung der Filmbilder angepasst wurde. .
Eduard Künnekes Musik zum Stummfilm Das Weib des Pharao entsteht im Winter 1921/22. Am 23. Dezember 1921 schreibt Künneke in einem Brief: „Habe ich heute den 1. Akt beendet. Also, noch 5. Ich arbeite wie der Deibel“. Künneke versucht dabei die Musik unabhängig vom Wechsel der Bilder und Szenen in eine sinfonische Einheit zu bringen, ohne die Wirkung des Films zu zerstören. Er teilt die Handlung nach dramaturgischen Gegebenheiten nicht zwingend nach den handelnden Personen. Er erfindet Motive für die Liebe der jungen Helden, für die Brutalität der Pharaonen, die Wildheit der Äthiopier oder den Lärm des Krieges. Akt für Akt werden dann die für einen Handlungsfaden charakteristischen Motive in wechselnder Instrumentierung wieder aufgenommen.


Eduard Künneke - ein Komponist mit großer Palette

(Textauszüge von Musikwissenschaftlerin Sabine Müller)
Eduard Künneke, am 27. Januar 1885 in Emmerich am Niederrhein geboren, studiert 1903 zunächst Klavier, dann Komposition in Berlin. Unterstützt durch seinen Lehrer Max Bruch wendet er sich dem Musiktheater zu. 1909 wird seine Oper Robins Ende erfolgreiche in Mannheim uraufgeführt. Verbunden mit der Suche nach eigener kompositorischer Identität, ist die Zeit bis 1919 gekennzeichnet durch die Auseinandersetzung mit unterschiedlichsten Formen des Musiktheaters, der Gattung Lied sowie Film- und Instrumentalkompositionen. Neben festen Anstellungen als Kapellmeister und Chordirektor an verschiedenen Berliner Theatern (u.a. Deutsches Theater/ Friedrich- Willhelmstättisches Theater), wirkt Künneke bis 1919 außerdem als Dirigent und Liedbegleiter zahlreicher Schallplattenaufnahmen und präsentiert sich mit seinen Werken hauptsächlich als Komponist Ernster Musik. 1919 findet Hermann Haller, Direktor des Theater am Nollendorfplatz, in Künneke seinen neuen Hauskomponisten. Zusammen mit dem Librettisten Rideamus bringt das Trio fünf Operetten heraus, darunter 1921 den Welterfolg Der Vetter aus Dingsda, mit dem Künneke bis heute nahezu ausschließlich identifiziert wird.
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Vom Erfolg getrieben legt Künneke sich in den zwanziger und dreißiger Jahren auf das Genre Operette fest und zeigt mit der Verschiedenartigkeit seiner zahlreichen Operetten eine enorme Anpassungsgabe an die Stilrichtungen der Unterhaltungsmusik der Zeit. Neben Lady Hamilton schuf er mit Liselott, Glückliche Reise, Die Lockende Flamme, Herz über Bord und Ehe im Kreise veritable Werke für das Unterhaltungstheater. Während seines New York –Aufenthaltes 1924/25 entsteht bei J.J. Shuberts Unterhaltungsbühnen die erfolgreiche Offenbachiade The Love Song. Künneke war bemüht das Instrumentarium der Schlager- und Unterhaltungsmusik bis zur Jazzmusik in seine Kompositionen miteinzubeziehen wie in der Auftragskomposition Tänzerischen Suite für Orchester und Jazzband von 1929: „Ich sah die Möglichkeit neuere und ältere Klangfarben zusammenklingen zu lassen[…] und der Rhythmus unterscheidet in der Musik die neue von der alten Zeit – nicht die Melodie.“ Auch der Tonfilm profitiert mit ca. 30 Filmen von dem überaus vielseitigen Komponisten. In den Jahren 1933-1935 wird Künneke teilweise boykottiert und seine Werke werden weniger aufgeführt. Grund dieser Desorientierung ist Künnekes Frau, die Sängerin Katarina Garden. Sie ist Halbjüdin und dadurch gilt der Haushalt als „jüdisch versippt“. Mit seinen späteren Werken, kann er an seine vorherigen Erfolge nicht anknüpfen. Fast 30 Jahre lang ist Künneke im Vorstand der deutschen Bühnenschriftsteller und Komponisten, gehört als Präsidialmitglied der Interessengemeinschaft Deutscher Komponisten E.V. (IDK) an und setzt sich als Ehrenmitglied der GEMA für das Urheberrecht ein. Er stirbt am 27. Oktober 1953 in Berlin.


Neueinspielung der Originalmusik

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In 2011 initiierte die ZDF/ARTE-Filmredaktion in Koproduktion mit ALPHA-OMEGA digital eine neue Einspielung der Künneke-Musik und gewann den WDR als Partner für die Orchestermusik. Im Juli 2011 wurde das Werk vom WDR Rundfunkorchester Köln unter der Leitung von Frank Strobel, dem wohl renommiertesten deutschen Filmmusik-Dirigenten, aufgenommen.

Interview mit Frank Strobel auf der ARTE Website.

Die Uraufführung des Projekts ist das Filmkonzert im Neuen Museum in Berlin am 17. September 2011. Das Konzert wird zeitgleich ins Berliner Kino Babylon übertragen und auf der ARTE Website live zu sehen sein. Die TV-Premiere ist für den 26.09.2011 auf ARTE festgesetzt.

Durch die Kooperation von ALPHA-OMEGA mit WDR und ZDF/ARTE findet 2011 der Film in einer seit über 80 Jahren nicht erreichten Vollständigkeit, mit aufwändiger Bildrestaurierung und hochwertig eingespielter Originalmusik wieder sein Publikum.


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